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Anm. zu Luther 'sola scriptura...
Wie leicht haben es dagegen... (29.7.10)

 

 

Jan Hus

um 1370
Jan Hus kommt in ärmlichen Verhältnissen in Husinec in Südböhmen zur Welt. Sein Vater ist Fuhrmann.
1386 Nach dem Besuch der Lateinschule beginnt er ein Theologie - Studium an der Prager Universität, die 1348 von Kaiser Karl IV. gegründet wurde.
1396 Er erhält den Grad des Magister Artium. Da die Böhmen den größten Anteil der Studenten stellen, äußert Jan Hus Kritik an der einheitlichen Universitätssprache Deutsch.
1400
Jan Hus wird zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr hält er theologische Vorlesungen.
1401 Jan Hus wird zum Dekan der Universität ernannt. Seine theologischen Überzeugungen nähern sich dem englischen Bibelübersetzer John Wyclif an. Wie dieser tritt er für die Autorität des Gewissens ein und kritisiert den weltlichen Besitz der Kirche. Dabei vermischt Jan Hus theologische Aussagen mit tschechisch-nationalen Ideen.
1402 Jan Hus wird zum Professor der Theologie.
1403
Die deutsche Mehrheit an der Prager Universität verwirft das Gedankengut von Wyclif und Hus.
1408
Über die Predigten von Jan Hus gehen beim Bischof Beschwerden ein. Hus darf sein Priesteramt nicht mehr ausüben.
1410
Hus verliert sein Amt als Professor und wird aus Prag verbannt, worauf Unruhen ausbrechen. Papst Alexander V. ordnet die Verbrennung der Schriften von John Wyclif und die Verfolgung seiner Anhänger an.  
1412
Mit der Unterstützung aus dem Volk setzt Jan Hus seine Predigten in Prag eine Weile fort, flieht dann aber aus der Stadt und findet Unterkunft
1413
Jan Hus verfasst sein Hauptwerk "De Ecclesia" (Über die Kirche).
1414 Ab 1414 findet auf Anregung von König Sigismund das Konzil von Konstanz statt. Sigismund möchte die Einheit der katholischen Kirche wiederherstellen, um die Einheit des Reiches zu bewahren. Dem Reformator Jan Hus hat der König freie Hin- und Rückreise zugesagt und ihm dies mit einem Geleitbrief garantiert. Doch Jan Hus wird bereits unmittelbar nach seiner Ankunft verhaftet.   
1415 König Sigismund missbilligt zwar seinen Wortbruch, schreitet aber aus diplomatischen Gründen nicht ein. Führende Vertreter haben Sigismund wegen seiner Rücksichtnahme auf Jan Hus schon mit ihrer Heimreise gedroht, was einen Abbruch des Konzils bedeutet hätte. Unter den Augen des Königs wird Jan Hus zum Tode verurteilt und noch am selben Tag, am 6. Juli, zusammen mit seinen Schriften verbrannt. Seine Asche wird in den Rhein gestreut. Jan Hus ist in vieler Hinsicht mit Martin Luther vergleichbar, da sich beide Reformatoren auch für den Gebrauch ihrer jeweiligen Landessprache einsetzten. 
   
  Literatur:
Friedenthal, R.: Ketzer und Rebell. Jan Hus und das Jahrhundert der Revolutionskriege, München 1972; Pohanka, R.: Die Herrscher und Gestalten des Mittelalters, Wiesbaden 2006.

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