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Leben nach dem Tod
Vor der Frage nach einem... (25.1.12) |
Johannes Calvin |
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| 1509 |
Johannes
Calvin wird am 10. Juli unter dem Namen Cauvin
in Noyon in der nordfranzösischen Picardie geboren. |
| 1524 | Calvin, der bisher am Collège de la Marche unterrichtet wurde, wechselt auf das Internat Collège de Mantaigu. Dort verteidigen seine Lehrer die römische Kirche gegen die Angriffe der Reformatoren Jan Hus und Martin Luther. Doch Calvin scheint trotzdem an ihren Ideen Gefallen zu finden. |
| 1530 | Auf dem Augsburger Reichstag unter Kaiser Karl V. wird die "Confessio Augustana" (Augsburger Bekenntnis) unterzeichnet, ein Friedensabkommen zwischen Katholiken und wichtigen protestantischen Gruppen. |
| 1533 |
In Paris
studiert Calvin Rechtslehre. Er bekehrt
sich zum Protestantismus. |
| 1534/35 | Als offener Verfechter der Reformation muss Calvin Frankreich verlassen. Er taucht an verschiedenen Orten unter und lässt sich schließlich in Basel nieder, wo er auf den Geleichgesinnten Guillaume Farel trifft. |
| 1536 |
Calvin gibt in Basel
die Schrift "Christianae Religionis
Institutio" (Unterricht in der christlichen Religion)
heraus. Guillaume
Farel beschwört ihn, sich auch in Genf für
die Sache der Reformation zu engagieren. Calvin stellt
eine strenge Gemeindeordnung auf, die von den Genfer büregrn
abgelehnt wird. |
| 1538 |
Der Rat der Stadt Genf
schließt sich einer Neuerung im Abendmahlritus an, die im
verbündeten Bern eingeführt wurde. Farel und Calvin
verweigern aus Protest der Gemeinde das Abendmahl und werden daraufhin
werden aus Genf verwiesen. Calvin übernimmt eine theologische
Professur in
Straßburg. |
| 1540 | Calvin 1540 heiratet
Idelette de Buren, sie schenkt ihrem
Gatten drei Kinder, die aber schon kurz nach der Geburt
sterben. Im selben Jahr bemüht sich der Genfer Rat um eine Rückholung des Reformators. Calvin mag sich aber noch nicht zu dießem Schritt entschließen, obwohl auch sein Freund Farel ihn darum bittet. |
| 1541 |
Die Anhänger
von Calvin gewinnen die Wahlen in Genf. Der Reformator kehrt
zurück und führt zusammen mit dem Rat der Stadt seine
neue Kirchenornung ein. In seinem Reformplan "Ordonnances
ecclesiastiques" (Kirchenordung) wird die Trennung zwischen kirchlicher
und politischer Organisation aufgehoben. Calvin richtet vier
Ämter ein: Prediger, Lehrer, Älteste und Diokone. Der
strenge Gottesstaat duldet kein Oppositio. Bis 1546 werden 58
Abweichler hingerichtet und 78 aus Genf verwiesen. |
| 1542 | Calvin verfasst den Genfer Katechismus. Seine Lehre der doppelten Prädestination (Vorherbestimmung) führt die Gläubigen zur Seligkeit und die Ungläubugen zur Verdammnis. Eine Randbemerkung des Reformators begründet nach moderner Interpretation ein neues Arbeitsethos: Calvin ist der Überzeugung, dass die Vorbestimmung zur Seligkeit des Menschen an der Strenge seiner Pflichterfüllung ablesbar ist. Diese emsige Haltung schuf möglicherweise ein wichtige Grundlage für den späteren Kapitalismus. |
| 1549 | Nach neunjähriger glücklicher Ehe stirbt Calvins Ehefrau Idelette. |
| 1553 | Der Universalgelehrte Michael Servetus der sich unter anderem durch die Herausgabe von Schriften des Astronomen Claudius Ptolemäus einen Namen machte, wird wegen seiner theologischen Schriften verfolgt. Im Prozess weist ihm Calvin das Delikt der Häesie (Glaubensspaltung) nach. Er wird in Genf zum Feuertod verurteilt und hingerichtet. |
| 1555 | Die Anhänger von Calvin erringen wiederum den Wahlsieg. Calvin kann sich nun nach vielen Jahren des Widerstandes der Bevölkerung dem Aufbau einer neuen reformatorischen Bewegung, die von Genf aus über Europa wirkt. |
| 1559 | Calvin eröffnet eine zweistufige Akademie in Genf. In der Grundstufe werden Französisch, Griechisch, Latein, Hebräisch, Philosophie und Literatur unterrichtet. Die Akademie wird Zentrum der europäischen Reformationsbewegung und zieht Schüler aus vielen Ländern Europas an. |
| 1564 | Am 27. Mai stirbt Johannes Calvin Genf. Er wird nach seinem Wunsch auf dem allgemeinen Friedhof ohne Grabstein beerdigt. Sein Grab bleibt damit für immer unbekannt. |
| Literatur: Busch, E.: Gotteserkenntnis und Menschlichkeit. Einsichten in die Theologie Johannes Calvins, Zürich 2005; Wendel, F.: Calvin. Ursprung und Entwicklung seiner Theologie, Dt. Übersetzung Neukirchen-Vluyn 1968. |