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Jupitermonde
Von der Helligkeit nach... (19.1.12) |
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Galileo Galilei |
| 1564 | Galileo
Galilei wird am 15.
Februar als Sohn einer verarmten Florentiner Patrizierfamilie in Pisa
geboren. |
| 1580 |
Sein Vater schickt ihn
zum Medizinstudium nach
Pisa. |
| 1584 |
Galilei bricht das
Studium ab und geht nach Florenz, um
sich der Mathematik zu widmen. Er bestreitet seinen Lebensunterhalt mit
Privatunterricht. |
| 1589 |
Galilei
erhält eine Stelle als Lektor
für Mathematik an der Univerität Pisa. |
| 1590 |
Er untersucht die
Fallgesetze und stellt erhebliche
Widersprüche zur Physik des Aristoteles
fest (schwere
Körper fallen schneller als leichte) fest. Die Diskrepanzen zu
Aristoteles begleiten ihn während seiner ganzen Laufbahn. |
| 1592 |
Die
Universität Padua ruft ihn als Professor
für Mathematik. Padua ist Teil der Republik Venedig
und genießt die Vorzüge einer
liberalen Universität. Hier wird Galilei 18 Jahre
verbringen dürfen. |
| 1599 |
Er beginnt sein
Verhältnis mit
Maria Gamba, die drei Kinder gebärt. Galileo heiratet
Maria
aber nicht, vielleicht wegen seiner
beschränkten finanziellen Lage. Die
Professorengehälter waren
damals eher mager. |
| 1604 |
Im Sternbild
Sagittarius
(Schütze) beobachtet Johannes
Kepler eine Supernova
(Neuer
Stern) und macht das Phänomen publik. Das Interesse Galileis
wird endgültig auf die Astronomie gelenkt. |
| 1609 |
Galilei verbessert das
im Vorjahr in Holland
konstruierte Fernrohr in Bezug auf
Vergrößerung und Auflösung. |
| 1610 |
Mit dem
neuen Instrument sichtet er als erster Mensch die vier
größten Jupitermonde. Er
veröffentlicht diese und andere Entdeckungen in "Siderius
Nuncius" (Der Sternenbote). Galilei wird zum Hofmathematiker in Florenz. |
| 1611 |
Er wird in die private
"Academia
dei Lincei" (Akademie der Luchse) aufgenommen. Den Titel
führt die Akademie in Anspielung an das mit bloßem
Auge
schwer aufzufindende Sternbild Luchs. |
| 1615 |
Ein Pater denunziert
Galilei bei der Inquisition.
Wegen seiner Beobachtungen hatte er behauptet, die Bibel sei nicht
wörtlich zu nehmen. Er macht sich nach Rom, wo
er seine Thesen an
Papst Pius V. herangetragen werden. |
| 1616 |
Der Papst urteilt am
23. Februar,
dass die Lehre von Kopernikus
dem Bibeltext nicht
entgegen steht. Galilei
erhält vom Generalinquisisitor Bellarmin
eine Ermahnung. Er bekommt aber die Erlaubnis, seine
Anschauungen als Hypothese
zu
formulieren. |
| 1618 |
Galilei verfasst die
polemische Schrift "Il Saggiatore" (Die Goldwaage). |
| 1624 |
Galilei reist erneut
nach Rom. Er
widmet "Il
Saggiatore" Papst Urban VIII, mit dem er ein freundschaftliches
Verhältnis pflegt. Er
erhält von ihm die Genehmigung, ein Buch zu schreiben, das
sich mit dem alten und dem neuen Weltbild
kritisch auseinandersetzt. Nach Ptolemäus
drehen sich
die Planeten um die Erde (geozentrisches Weltbild), nach Kopernikus um
die Sonne (heliozentrisches Weltbild). |
| 1630 |
Der Papst erteilt die
Druckgenehmigung (Imprimatur)
für das Buch. Als Auflage verfügt er lediglich, dass
Galilei
am Schluss einen Hinweis auf die Allmacht Gottes einfügt. |
| 1632 |
"Dialogo sopra i due
massimi sistemi" (Dialog
über die zwei Hauptsysteme) wird veröffentlicht. Den
geforderten Hinweis legt er der törichten Figur Simplicius in
den Mund. Dadurch
bringt er den Papst gegen sich auf. |
| 1633 |
Galilei wird der Prozess gemacht. Allerdings muss er sich nicht vor der Inquisition selbst, sondern vor einer Kommission verantworten, die auf Geheiß des Papstes den Fall mit "Wohlwollen" zu prüfen hat. Am 22. Juni schwört Galilei auf die Bibel, dass er künftig stets glauben werde, was die katholische Kirche "für wahr hält, predigt und lehrt." Der berühmte Satz: "Und sie bewegt sich doch" ist wohl eine Erfindung der Nachwelt, und auch die Kerkerhaft gehört eher ins Reich der Legende. Am 1. Dezember kehrt Galilei nach Hause zurück. Galilei ist ein geistiger Gefangener der Inquisition, mundtot, aber ohne Kerker und Ketten. Er erhält später sogar neben der Rente der Medici auch eine Jahrespension des Vatikans |
| 1636 |
Galilei
veröffentlicht sein Hauptwerk
"Discorsi" über die Mechanik und die Fallgesetze. Er legt
damit den Grundstein der modernen Physik. |
| 1638 |
Er erblindet
vollständig. Ursache ist wahrscheinlich die jahrelange
Sonnenbeobachtung ohne Filter oder Umlenkspiegel. |
| 1642 |
Galileo Galilei
stirbt in
seiner Villa in Ascenti. |
| Literatur: Fölsing, Albrecht: Galileo Galilei. Prozeß ohne Ende, München 1996; Shea, William R.:Galileo Galilei, Darmstadt 2006. |