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Viktor Emil Frankl

1905
Viktor Emil Frankl wird am 26. März als Sohn einer jüdischen Beamtenfamilie in Wien geboren.
1923  Die Abhandlung "Die Psychologie des philosophischen Denkens" wird Teil der Matura (Abitur) Frankls. Frankl studiert Medizin und befasst sich mit der Psychoanalyse von Sigmund Freud und der Individualpsychologie von Alfred Adler.
1928  Frankl gründet in Wien (bei Wilhelm Börner) Jugendberatungsstellen.
1933 - 1937  Frankl, der sich schon früh für Suizidprävention interessiert, leitet als Oberarzt im psychiatrischen Krankenhaus von Wien den sogenannten "Selbstmörderinnenpavillion", wo er jährlich viele tausend suizidgefährdete Frauen betreut.
1937 Er lässt sich als Neurologe und Psychiater nieder.
1938
Frankl nutzt nach der Besetzung Österreichs durch Nazi-Deutschland sein amerikanisches Visum nicht, weil er seine Eltern nicht im Stich lassen will.
1940 Nachdem ihm 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft untersagt wird, "arische" Patienten zu behandeln, übernimmt er die Leitung der neurologischen Abteilung des Rothschild-Spitals, des einzigen Krankenhauses, in dem in Wien noch jüdische Patienten behandelt werden.
1941
Heirat mit Tilly Grosser.
1942
Frankl wird mit seiner Frau Tilly und seinen Eltern ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sein Vater stirbt dort 1943, seine Mutter wird in der Gaskammer von Auschwitz ermordet. Seine Frau stirbt im KZ Bergen-Belsen. Frankl wird am 19. Oktober 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz gebracht, einige Tage später nach Türkheim, einem Außenlager des KZ Dachau. Dort wird er am 27. April 1945 von der US-Armee befreit.
1946 Frankl's Hauptwerk "Ärztliche Seelsorge", das er noch im Lager beginnt und seiner Ehefrau Tilly widmet, erscheint als sein erstes Nachkriegsbuch in Österreich. Eine schon vor der Deportation vollendete Urfassung ging verloren. Wieder bestätigt sich ihm: Gebraucht zu werden, eine Aufgabe und die Gewissheit, einen Sinn im Leben zu haben, ist sogar wichtiger als die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse. Im selben Jahr gibt Frankl seinen Erfahrungsbericht aus dem KZ mit dem Titel "... trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" heraus. Vor allem in den USA erregt er damit Aufsehen.
1946 - 1971  Frankl wird zum Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik berufen. Er begründet die österreichische Ärztegesellschaft für Psychotherapie, deren erster und einziger Präsident er wird.
1947  Frankl heiratet seine zweite Frau Eleonore Katharina Schwindt, die über 50 Jahre seine Lebensgefährtin bleibt und ihn in seiner wissenschaftlichen Arbeit unterstützt. Sie haben zusammen eine Tochter.
1955  Frankl wird Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien. Sein psychologischer Ansatz ist die Logotherapie, die heute an eigenen Ausbildungsinstituten gelehrt und in Therapie, Pädagogik und Beratung angewandt wird. Frankl schreibt über 30 Bücher zur Logotherapie. Für Frankl sind die bewusste Ziel- und Sinnlosigkeit das drängendste Problem der Menschen. Sie bewirken ein Gefühl der Verzweiflung und existentiellen Frustration. Frankl nennt dies "noogene Neurose". Die Logotherapie setzt sich die Heilung dieser Störung, ist also eine sinn- und wertorientierte Psychotherapie oder Existenzanalyse. Die Logotherapie wird auch als "Dritte Wiener Schule", neben der Psychoanalyse und der Individualpsychologie, bezeichnet. Sie erinnert an die Existenzphilosophie von Karl Jaspers (1883 - 1969), die den Menschen daraufhin betrachtet, wie er die eigenen Möglichkeiten versteht und gestaltet.
  Gastprofessuren führen Frankl in die USA (Harvard University, Dallas, Pittsburgh). Er gilt als Fachmann auf seinem Gebiet und erhält weltweit 29 Ehrendoktorate. 
1970  An der Universität in San Diego, Kalifornien, wird extra für ihn ein Lehrstuhl eingerichtet. Das bekannteste Buch von Frankl ist wohl die amerikanische Ausgabe von "... trotzdem Ja zum Leben sagen": "Man's Search for Meaning" welches von der Library of Congress als "one of the ten most influential books in America" eingestuft wird. Frankls Ansatz findet in vielen Ländern der Welt Schüler und Anhänger.
1997  Viktor Emil Frankl stirbt in Wien. Er wird auf dem Wiener Zentralfriedhof in der alten israelitischen Abteilung bei Tor 1 begraben.
   
  Literatur:
Schlüter, Christiane: Die wichtigsten Psychologen im Porträt. Wiesbaden 2007; Schwarzkopf, Wolfgang: Logotherapie im seelsorglichen Kontext. Hamburg 2000.

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