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hmmm, in Wien, also etwas... (5.9.10)

 

Johann t'Serclaes Graf von Tilly

1559
Johann t'Serclaes Graf von Tilly wird auf Schloss Tilly, Gemeinde Villers-la-Ville (südöstlich Brüssel, im Herzogtum Brabant) in Belgien geboren. Sein Vater ist kaiserlicher Kriegsrat. Johann wird in einem Jesuitenkolleg erzogen. Er leistet Kriegsdienste für Spanien und Lothringen.
1598
Tilly tritt in den Dienst des habsburgischen Kaisers Rudolf II.
1600/06
Tilly kämpft in Ungarn gegen Aufständische und die Türken.
1603
Tilly wird zum Generalwachtmeister unter dem Erzherzog und späteren Römischen Kaiser Matthias erhoben.
1608
Der bayerischen Herzog Maximilian I. verhäng die Reichsacht über das protestantische Donauwörth. Ursprünglich wurden nur einzelne Personen mit der Reichsacht bestraft, sie waren dann schutzlos und durften von jedermann straffrei getötet werden. Tilly führte Donauwörth mit seinen Truppen gewaltsam auf die katholische Seite zurück. 
1609
Die Reichsacht auf Donauwörth wird aufgehoben. Bildung der katholischen Liga als Antwort auf die protestantische Union, Tilly wird Oberbefehlshaber der katholischen Streitkräfte.
1610
Herzog Maximilian I. von Bayern überträgt Tilly die Reorganisation des bayerischen Heeres.
1618-25
Der Dreißigjährige Krieg tritt mit dem Prager Fenstersturz in die erste Phase, den "Böhmischen Krieg".
1618
Tilly wird zum Generalfeldmarschall der katholischen Liga ernannt.
1619
Wahl von Ferdinand II. zum Römischen Kaiser. In Böhmen wird Friedrich von der Pfalz zum eigenständigen König gewählt. Die Anhänger des Kaisers bezeichnenh ihn als kurzlebigen "Winterkönig".
1620
Aufstand in Oberösterreich, das Herzog Maximilian verpfändet war. Tilly und die Ligatruppen schlagen den Aufstand nieder, Tilly besiegt den Winterkönig Friedrich von der Pfalz in der Schlacht am Weissen Berg bei Prag.
1621
Feldzug gegen den protestantischen Heerführer in der Oberpfalz und am Rhein.
1622
Georg Friedrich von Baden-Durlach besiegte zusammen mit Ernst von Mansfeld am 27. April 1622 in der Schlacht von Mingolsheim die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Danach wendet sich das Blatt. Tilly schlägt Georg Friedrich von Baden-Durlach am 6. Mai bei Wimpfen am Neckar und Herzog Christian von Braunschweig am 20. Juni in der Schlacht bei Höchst. Er besetzt Heidelberg, Mannheim und Frankenthal, die Eroberung der Pfalz ist abgeschlossen.
1623
Tilly siegt am 5. und 6. August bei Stadtlohn westlich von Münster über Herzog Christian von Braunschweig. Tilly wird vom Kaiser in den Reichsgrafenstand erhoben. Er beginnt mit den Restitutionen, der Wiedereinsetzung der katholischen Vormachtstellung.
1625-30
Der Dreißigjährige Krieg tritt in seine nächste Phase, den Dänisch - Niedersächsischen Krieg.
1626
Am 27. August schlägt Tilly den Dänenkönig Christian IV. in der Schlacht bei Lutter am Barenberge.
1629
Zusammen mit dem katholischen Feldherrn Wallenstein erobert Tilly Schleswig-Holstein und Jütland. König  Christian IV. von Dänemark wird am 22. Mai zum Frieden von Lübeck gezwungen.
1630-35
Der Dreißigjährige Krieg tritt in seine nächste Phase, den Schwedischen Krieg.
1630
Nach der Absetzung Wallensteins wird Tilly  zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen von Ferdinand II. Schweden greift unter König Gustav Adolf auf protestantischer Seite in den Krieg ein.
1631
Das protestantische Magdeburg wird von Tilly belagert. Die Einwohner warten vergeblich auf die Hilfe von Gustav Adolf, dessen Truppen sich bei der Erstürmung von Frankfurt an der Oder verausgabt haben. Tilly lässt Magdeburg erobern und schrecklich verwüsten. Auch der Naturwissenschaftler Otto von Guericke befindet sich in der Stadt, er kann sich jedoch freikaufen. Nach der Verwüstung von Magdeburg fällt Tilly  in Sachsen ein und wird in der Schlacht bei Breitenfeld am 17. September vom sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. und den regenerierten Truppen von Gustav Adolf geschlagen. Er zieht sich nach Bayern zurück.
1632
In der Schlacht bei Rain am Lech am 15. April  wird Tilly am rechten Schenkel schwer verletzt. Am 30. April stirbt er an den Folgen der Verwundung in Ingolstadt. Sein Leichnam wird zunächst in der Ingolstädter Jesuitenkirche bestattet, 1652 wird er nach Altötting überführt und liegt dort heute in einer Gruft der Stiftskirche. Die Beurteilung Tillys ist lange zwiespältig gewesen. Man sollte ihn wie Wallenstein und andere Heerführer des Dreißigjährigen Krieges heute wohl eher den Aspekten von Macht und Geld als unter rein konfessionellen Gesichtspunkten betrachten.
   
  Literatur: Rudolf Saller, Reichsgraf Johann t'Serclaes von Tilly. Chronik über Leben und Laufbahn, Altötting 2007; Marcus Junkelmann (Hrsg.): “Der Du gelehrt hast meine Hände den Krieg”. Tilly - Heiliger oder Kriegsverbrecher? Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung des Historischen Vereins Alt-Tilly und des Bayerischen Armeemuseums in Altötting vom 1. Mai bis 30. Juli 2007, Altötting 2007.

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