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- Theologie aphilia - Geschichte |
Anm. zu Luther 'sola scriptura...
Wie leicht haben es dagegen... (29.7.10) |
Girolamo Savonarola
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| 1452 |
Am 21.
September wird
Girolamo Savonarola im oberitalienischen Ferrara geboren. Sein
Vater ist Arzt, der Großvater lehrt Medizin an der
Universität in Padua. Girolamo studiert zunächst
Philosophie
und Medizin. |
| 1475 | Girolamo Savonarola
macht den
Niedergang der Religion für die Missstände seiner
Zeit
verantwortlich. Er wird Dominikaner in Bologna. Seine Lebensaufgabe
sieht er in der Erneuerung der Kirche. Predigten führen ihn
nach Florenz, Brescia, Genua und Pavia. Die Resonanz der
Gläubigen fällt eher bescheiden
aus. |
| 1484 | Savonarola verkündet das nahe Ende der Welt und die Erneuerung der Kirche. |
| 1485 | Der Stadtherr Lorenzo
di Medici
ruft Savonarola nach Florenz. Dort predigt Savonarola vor vielen
Menschen im Mariendom und wird wegen seiner Kritik an der
florentinischen Oberschicht bejubelt. Bei
den Patriziern und
der Amtskirche schafft er sich Feinde. |
| 1491 | Savonarola wird
Vorsteher des Klosters St. Marco in
Florenz. |
| 1492 | Unter
ungeklärten
Umständen stirbt Lorenzo di Medici, Savonarola steht im in der
letzten Stunde bei. Der Tod des Medici hinterlässt
ein
Machtvakuum , das der Bußprediger für sein Anliegen
der
Kirchenreform zu nutzen weiß. Als er das Sterbedatum von
Papst
Innozenz VIII. korrekt vorhersagt, gewinnt er zusätzlichen
Einfluss. Doch in Papst Alexander VI. hat er einen selbstbewussten
Gegenspieler. |
| 1494 | Der französische König Karl VIII. drängt darauf, seine Macht in Italen zu erweitern. Als die Medici kapitulieren, gewinnt Savonarolas noch mehr an Einfluss. Das Volk sieht in ihm einen Propheten und willigt in seine Vorstellungen eines Gottesstaates in Florenz ein. Savonarola lässt weltliche Musik und alle Vergnügungen verbieten. Alexander VI. versucht zunächst, ihn mit Zugeständnissen von seiner radikalen Linie abzubringen, doch Savonarola zeigt sich standfest. |
| 1495 | Der Papst wechselt den Kurs und verhängt ein Predigtverbot gegen Savonarola. Dieser hält sich nicht lange daran und beginnt wieder gegen die Missstände der Kirche zu wettern. Seine kompromisslose Haltung gegen jegliche Form von Vergnügung trifft zunehmend auf Widerstand im Volk. |
| 1487 | Der Bußprediger beginnt mit Verbrennungen von Luxusgegenständen, Bildern und Musikinstrumenten, die Jugendliche für ihn in der Stadt beschlagnahmen. Savonarola wird von Papst Alexander VI. exkommuniziert. Schließlich fordert das Kirchenoberhaupt die Festnahme und Auslieferung. |
| 1498 | Savonarola
erklärt alle
Maßnahmen gegen ihn als ungültig,
doch Stadtbehörde und Bevölkerung stehen
inzwischen
gegen den Bußprediger. Er wird dem Kloster geschleppt und im
Kerker inhaftiert. Nach unter der Folter erzwungenen
Geständnissen wird
er als Kirchenspalter zum Tode verurteil. Am 23. Mai wird
Girolamo Savonarola zusammen mit zwei
Mitbrüdern aufgehängt und dann
verbrannt. Aufstieg und Niedergang der Mächte in der Republik Florenz inspirieren den Staatsmann und Staatstheoretiker Niccolo Machiavelli. Noch im selben Jahr betritt er die politische Bühne. |
| Literatur: Herrmann, H.: Der Ketzer von San Marco, München 1977; Segl, P.: Savonarola, In: Lexikon für Theologie und Kirche Bd. 9, Freiburg 2006. |