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stuttgart 21
hmmm, in Wien, also etwas... (5.9.10)

 

 

Richard I. Löwenherz (König von England)

1157
Richard Plantagenet wird am 8. September in Oxford geboren: Er ist der dritte Sohn König Heinrich II. von England und der Eleonore von Aquitanien, seine Brüder sind Heinrich der Jüngere, Gottfried und der spätere König Johann Ohneland.
1172
Richard wird in Poitiers zum Herzog von Aquitanien ernannt, seine Brüder sollten König werden bzw. andere Gebiete erhalten. Da Heinrich II. die Herrschaft nur zögerlich abgeben will, kommt es zu einer Verschwörung Eleonores und ihrer Söhne, die erst niedergeschlagen wird, aber weiterschwelt, auch nach dem Tod Heinrichs und Gottfrieds.
1189
Mit Hilfe seines Bruders Johann Ohneland und des französischen Königs Philipp II. August stößt Richard seinen Vater vom Thron, der ihn als Erbe anerkennen muss und bald stirbt.  Am 3. September wird Richard in der Westminster Abbey in London zum König von England gekrönt.
1189-92
Um ein Kreuzzugsgelübde zu erfüllen, nimmt Richard am Dritten Kreuzzug teil. Er erobert Zypern von den Byzantinern und nimmt an den Kampfhandlungen im Heiligen Land teil, so an der Belagerung Akkons, wo er mit Leopold von Österreich in Konflikt gerät.
1190/91
Feldzug in Sizilien zur Unterstützung seiner Schwester Johanna.
1191
Am 11. Mai heiratet Richard Berengaria von Navarra.
1192
Während der Abwesenheit Richards wird England von seinem Bruder Johann verwaltet, dieser schließt einen Vertrag mit Philipp II. August zur Teilung der englischen Besitzungen mit Frankreich, dies und die Behinderung seiner Vertreter in England bringen Richard dazu, den Kreuzzug abzubrechen. Er begeht dann den Fehler, den Heimweg über österreichisches Gebiet  anzutreten und wird von Herzog Leopold von Österreich, den er beleidigt hatte, gefangengesetzt.
1193
Gegen eine Beteiligung am Lösegeld und politische Konzessionen liefert Leopold Richard am 28. März in Speyer an Kaiser Heinrich VI. aus, der ihn auf der Burg Trifels gefangen setzen läßt. Doch die Gefangennahme eines Kreuzfahrers ist problematisch, es droht die Exkommunikation durch den Papst. Schließlich mischt sich Philipp II. August von Frankreich ein, der bei einer Auslieferung Richards alle an diesen gerichtete Forderungen zu erfüllen verspricht. Daraufhin stimmt Richard den Freilassungsbedingungen zu, neben politischen Konzessionen allein 150000 Mark Silber (ca. 35000 kg Metall !), etwa das doppelte Jahreseinkommen der englischen Krone. Richards Mutter Eleonore gelingt es, das Lösegeld aufzubringen, die Zahlung führt jedoch zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen in England.
1194
Richard wird am 2. Februar freigelassen und kehrt nach England zurück. Er söhnt sich mit seinem Bruder Johann aus und geht gegen seinen ehemaligen Verbündeten Philipp II. August vor.
1194/95
Siege Richards bei Fréteval und Issoudon und Einnahme von Angoulême in einer Allianz mit Flandern und seinem Schwiegervater Sancho von Navarra. Sicherung des welfischen Erbes seines Neffen Otto von Poitou, des Sohns Heinrich des Löwen, der später als Otto IV. von Braunschweig Römisch-deutscher König wird.
1196
Vertrag von Louviers, Philipp gibt einen Teil der annektierten Gebiete an Richard zurück, was aber trotzdem den Anfang vom Ende der englischen Herrschaft über weite Teile Frankreichs bedeutet. In den nächsten Jahren weitere Kämpfe in Frankreich.
1199
Richard wird vor Burg Châlus bei Limoges in Frankreich tödlich durch einen Pfeil verwundet und stirbt einige Tage später am 6. April 1199 in Chinon am Wundbrand, er wird in der Abtei Fontevrault  begraben, sein Herz in der Kathedrale von Rouen.
Die Einschätzung Richards ist zwiespältig. Während seiner Abwesenheit aus England konnte sich die Verwaltung seines Vaters etablieren und brachte ein solide aufgestelltes Königreich hervor. Richard ließ das Land aber finanziell ausbluten. In Frankreich verwüstete er durch seine Herrschaftsansprüche weite Landstriche, in der Levante half seine Eroberung Zyperns den christlichen Königreichen im Heiligen Land. Er selbst ist als Prototyp des ritterlichen, weisen und gütigen Königs in die Volksüberlieferung eingegangen, ein Bild, das auch durch gezielte Propaganda erzeugt wurde, aber nicht mit dem manchmal brutalen und ausbeuterischen Verhalten Richards zusammengeht. In der Literatur hat er, dargestellt von Walter Scott und anderen, ein umfangreiches Fortleben. Auch durch den Mythos von Robin bleibt Richard Löwenherz im Gedächtnis.
   
  Literatur:
Dieter Berg, Richard Löwenherz, Darmstadt 2007; John Gillingham, Richard Löwenherz. Eine Biographie, Düsseldorf 1981.

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