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Pythagoras von Samos |
| 6.
Jh. v. Chr. |
In China Lao Tse, Begründer des Taoismus, in Persien Auftreten des Religionsgründers Zarathustra. Pythagoras ist ebenfalls in diese Zeit zu setzen, die meisten seiner Lebensdaten sind wenig gesichert. |
| 569-525 |
Amasis
ägyptischer Pharao, letzte
Blütezeit des unabhängigen Ägyptens, enge
Beziehungen zu den griechischen Kolonien in Lybien und den
Inselgriechen. |
| um
570 |
Pythagoras wird auf
Samos als Sohn des Mnesarchos
geboren. Als Lehrer des Pythagoras wird der Philosoph
Pherekydes von Syros genannt. In seiner Jugend soll sich
Pythagoras in Ägypten und Babylonien aufgehalten
haben, wahrscheinlich machte er sich mit den
religiösen Anschauungen und naturwissenschaftlichen
Kenntnissen dieser Länder vertraut und kehrte dann nach Samos
zurück. |
| ca.
560-480 |
Lebensspanne von Siddharta
Gautama Buddha,
dem Begründer des Buddhismus. |
| 559-529 |
Lebensspanne von Kyros
II., Sohn des Kambyses, Begründer des
achämenidischen Großreiches, Herrscher von Babylon. |
| 537-522 |
Der Tyrann Polykrates
reißt auf Samos die
Macht an sich. Pythagoras steht in Opposition zu Polykrates und
verlässt die Insel. |
| 532/29 |
Pythagoras erscheint
in Unteritalien (Magna Graeca) und gründet eine
Schule in Kroton
(heute Crotone) in Kalabrien, die mit ihren inneren Regeln einer
religiösen Sekte nahekommt, gesichert ist der Glaube an die
Unsterblichkeit der Seele und die Seelenwanderung, berühmt war
in der Antike das Verbot, Bohnen zu essen. |
| 527-514 |
Tyrannis des Hippias
und Hipparch in Athen. |
| 510 |
Krieg Krotons mit
Sybaris, weil Kroton sich weigerte,
geflüchtete Sybariten an ihre Heimatstadt auszuliefern, er
endet mit der völligen Zerstörung von Sybaris.
Möglicherweise hatte Pythagoras die Haltung Krotons
bestärkt. Nach dem Sieg kommt es in Kroton zu inneren Spannungen, daraufhin siedelt Pythagoras nach Metapontion (heute Metaponto) in der Basilikata über, wo er den Rest seines Lebens verbringt. |
| nach
510 |
Pythagoras stirbt in
Metapont. Die
Metapontier wandeln nach seinem Tod sein Haus in ein
Demeterheiligtum um. Pythagoras selbst hat wie später auch Sokrates keine Schriften entlassen. Daher ist unklar, was genau von ihm und seinen Schülern stammt. Zentral in seinen Lehren ist die Zahl als Maß aller Dinge. Die Pythagoreer verbinden die Zahlensymbolik auch mit Musik und Astronomie. Sie entwickeln daraus die vom Menschen nicht hörbare Sphärenmusik des Weltalls und der Planeten. Bekannt in der Mathematik ist der "Satz des Pythagoras", er wurde jedoch schon lange vorher zur Landvermessung eingesetzt. Die pythagoräische Zahlenmystik spielt bis weit in die Spätantike (Neupythagoreer, Neuplatoniker) eine Rolle und erreicht mit der Rezeption durch den Astronomen Johannes Kepler auch die Neuzeit. Auch Kepler begriff die Planetenbewegungen als Ausdruck einer Weltharmonie im musikalisch-mathematischen Sinne. Ob Pythagoras ein genialer Wissenschaftler, ein Mathematiker oder ein weltanschaulicher Sektenstifter war? Vermutlich hatte er von allem etwas. |
| Literatur: Christof Rapp, Vorsokratiker, Beck'sche Reihe 539, München 1997; Wilhelm Capelle (Übers.): Die Vorsokratiker. Fragmente und Quellenberichte, Kröners Taschenausgabe Bd. 119, Stuttgart 1935, mehrere Neuauflagen; Laura Gemelli (Hrsg. und Übers.): Vorsokratiker. Griechisch/Deutsch. (Sammlung Tusculum) Artemis & Winkler, 2007 Band 1: Thales, Anaximander, Anaximenes, Pythagoras und die Pythagoreer, Xenophanes und Heraklit. |