Biografien
menü
Übersicht Aphilia Forum AVDS

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

aphilia - Naturwissenschaften
aphilia - Philosophie
Feed Philosophie
Stuttgart21 ist Umweltschutz...
Muss mich schon wundern... (31.7.10)

 

Pythagoras von Samos

6. Jh. v. Chr.
In China Lao Tse, Begründer des Taoismus, in Persien Auftreten des Religionsgründers Zarathustra. Pythagoras ist ebenfalls in diese Zeit zu setzen, die meisten seiner Lebensdaten sind wenig gesichert.
569-525
Amasis ägyptischer Pharao, letzte Blütezeit des unabhängigen Ägyptens, enge Beziehungen zu den griechischen Kolonien in Lybien und den Inselgriechen.
um 570
Pythagoras wird auf Samos als Sohn des Mnesarchos geboren. Als Lehrer des Pythagoras wird der Philosoph Pherekydes von Syros genannt. In seiner Jugend soll sich Pythagoras in Ägypten und Babylonien aufgehalten haben, wahrscheinlich machte er sich mit den religiösen Anschauungen und naturwissenschaftlichen Kenntnissen dieser Länder vertraut und kehrte dann nach Samos zurück.
ca. 560-480
Lebensspanne von Siddharta Gautama Buddha, dem Begründer des Buddhismus.
559-529
Lebensspanne von Kyros II., Sohn des Kambyses, Begründer des achämenidischen Großreiches, Herrscher von Babylon.
537-522
Der Tyrann Polykrates reißt auf Samos die Macht an sich. Pythagoras steht in Opposition zu Polykrates und verlässt die Insel.
532/29
Pythagoras erscheint in Unteritalien (Magna Graeca) und gründet eine Schule in Kroton (heute Crotone) in Kalabrien, die mit ihren inneren Regeln einer religiösen Sekte nahekommt, gesichert ist der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele und die Seelenwanderung, berühmt war in der Antike das Verbot, Bohnen zu essen.
527-514
Tyrannis des Hippias und Hipparch in Athen.
510
Krieg Krotons mit Sybaris, weil Kroton sich weigerte, geflüchtete Sybariten an ihre Heimatstadt auszuliefern, er endet mit der völligen Zerstörung von Sybaris. Möglicherweise hatte Pythagoras die Haltung Krotons bestärkt.
Nach dem Sieg kommt es in Kroton zu inneren Spannungen, daraufhin siedelt Pythagoras nach Metapontion (heute Metaponto) in der Basilikata über, wo er den Rest seines Lebens verbringt.
nach 510
Pythagoras stirbt in Metapont. Die Metapontier wandeln nach seinem Tod sein Haus in ein Demeterheiligtum um.
Pythagoras selbst hat wie später auch Sokrates keine Schriften entlassen. Daher ist unklar, was genau von  ihm und seinen Schülern stammt. Zentral in seinen Lehren ist die Zahl als Maß aller Dinge. Die Pythagoreer verbinden die Zahlensymbolik auch mit  Musik und  Astronomie. Sie entwickeln daraus die vom Menschen nicht hörbare Sphärenmusik des Weltalls und der Planeten. Bekannt in der Mathematik ist der  "Satz des Pythagoras", er wurde jedoch schon lange vorher zur Landvermessung eingesetzt. Die pythagoräische Zahlenmystik spielt bis weit in die Spätantike (Neupythagoreer, Neuplatoniker) eine Rolle und erreicht mit der Rezeption durch den Astronomen Johannes Kepler auch die Neuzeit. Auch Kepler begriff die Planetenbewegungen als Ausdruck einer Weltharmonie im musikalisch-mathematischen Sinne. Ob Pythagoras ein genialer Wissenschaftler, ein Mathematiker oder ein weltanschaulicher Sektenstifter war? Vermutlich hatte er von allem etwas.
   
  Literatur:
Christof Rapp, Vorsokratiker, Beck'sche Reihe 539, München 1997; Wilhelm Capelle (Übers.): Die Vorsokratiker. Fragmente und Quellenberichte, Kröners Taschenausgabe Bd. 119, Stuttgart 1935, mehrere Neuauflagen;  Laura Gemelli (Hrsg. und Übers.): Vorsokratiker. Griechisch/Deutsch. (Sammlung Tusculum) Artemis & Winkler, 2007 Band 1: Thales, Anaximander, Anaximenes, Pythagoras und die Pythagoreer, Xenophanes und Heraklit.

footer

Seniorenstudium