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Jean Piaget

Steckbrief: Jean Piaget lebte von 1896 bis 1980. Stichworte zum Lebenslauf von Jean Piaget: Entwicklungspsychologie, Logik des Kindes, Phasenmodell. Zusammenfassung der Biographie: Der Entwicklungspsychologe untersuchte und beschrieb das Wachsen des logischen Denkens.
1896 Jean Piaget wird am 9. August 1896 im schweizerischen Neuchâtel (Neuenburg) geborden. Seine Eltern sind Arthur Piaget, Professor für Literatur des MIttelalters, und Rebecca Jackson.
1907 Im Alter von elf Jahren, als Jean Piaget die Lateinschule von Neuenburg besucht, verfasst er einen Bericht über seine Beobachtungen eines Albino-Sperlings. Er entdeckt seine Liebe zur Biologie und zu den Naturwissenschaften
1910 MIt der Gründung der "Internationale Psychoanalytischen Vereinigung" unter C.G. Jung als derem ersten Präsidenten entwicket sich die neue Strömung der Psychoanalyse. Hauptvertreter werden Sigmund Freud und Alfred Adler.
Piaget beschäftigt sich zwar nicht mit diesem Zweig, profitiert aber doch von der Popularisierung der Psychologie.
1918 Nach dem Abitur hat Piaget zunächst in Neuenburg Biologie studiert. Sein erstes Studium beendet er 1918 mit einer Promotion in Zoologie. Anschließend beginnt er ein zweites Studium in Zürich. Piaget schreibt sich für Psychologie ein. Seine Studienschwerpunkte sind Kinderpsychologie und pädagogische Psychologie. Im psychologischen Labor von Alfred Binet forscht er zur Entwicklung der Intelligenz.
1921 Piaget arbeitet als Forscher am Institut J.-J. Rousseau der Universität Genf. Von 1933-1971 wird er dort zu einem der Direktoren.
1923 Hochzeit mit Valentine Châtenay. Das Paar hat drei Kinder, an denen Jean Piaget  Studien betreibt. Er beobachtet und vergleicht die Entwicklung von Sprache und Intelligenz. Piagets Aufzeichnungen gelten als Geburtsstunde der Entwicklungspsychologie
1925 Piaget erhält einen Ruf an die Universität Neuenburg. Er wird Professor für Psychologie, Soziologie und Philosophie.
1929 Piaget wird Leiter des "Bureau International d`Education". Er fordert eine Umgestaltung des Schulunterrichts. Aufgegriffen werden seine Forderungen nach einem kindgerechten Unterricht von der Strömung der Reformpädagogik. Wichtige Vertreter sind Maria Montessori und John Dewey.
1929-1939 Piaget arbeitet als Professor für die Geschichte der Wissenschaften an der Universität Genf. 1936 lehrt er zusätzlich an der Universität Lausanne.
1940-1971 Arbeit als Professor für experimentelle Psychologie an der Uni Genf.
1948 Veröffentlichung von "Psychologie der Intelligenz"
1952-1963 Jean Piaget hält Gastvorlesungen an der Pariser Sorbonne.
1955 Piaget gründete er mit Geldern der Rockefeller-Stiftung das "Centre International d`Epistémologie Génétique. Er leitet es bis zu seinem Tod. Dort arbeitet ein Team  Psychologen mit Sprachforschern, Mathematiker und anderen Wissenschaftlern zusammen, um die Entwicklung der Intelligenz zu erforschen und zu beschreiben.

Entwicklungspsychologie - Piagets Phasenmodell 

1958 Mit dem Buch "Das Wachsen des logischen Denkens von der Kindheit bis zur Pubertät" veröffentlicht Jean Piaget sein Hauptwerk.
Er beschreibt darin die Entwicklung der menschlichen Existenz. Seine Annahmen über die Logik des Kindes, die sich von der der Erwachsenen unterschiedet, werden grundlegend für die Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen.
Piaget unterscheidet diese Hauptphasen der kindlichen Entwicklung: sensomotorische Phase (0-2 Jahre), präoperative Phase (2-7Jahre), konkret operationale Phase (7-11 Jahre) und formal operationale Phase (ab 11 Jahren).
1973 Veröffentlichung von "Einführung in die genetische Erkenntnistheorie", "Der Strukturalismus, seine mathematischen und logischen Strukturen" und  "Das moralische Urteil beim Kind".
1979 Piaget veröffentlicht sein letztes Buch "Die Entwicklung des inneren Bildes des Kindes".
1980 Jean Piaget stirbt am 16. September 1980 in Genf.
Piaget wurde mit über 30 Ehrendoktortiteln geehrt. Er bleibt sein Verdienst, die spezifischen Denkformen in den Phasen der Kindheit nachgewisen zu haben. Die Entwicklungspsychologie ist mit dem Namen Jean Piaget so verbunden wie die Psychoanalyse mit Sigmund Freud. Beeinflusst von John Rawls und Jean Piaget entwickelte der Psychologe Lawrence Kohlberg sein Modell der Moralentwicklung.
   
  Literatur:
Kesselring, Thomas : Jean Piaget. München 1999;  Montada, L.: Die geistige Entwicklung aus der Sicht Jean Piagets. In:  Oerter, R. / Montada, L. (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. Weinheim 1987; Scharlau, Ingrid: Jean Piaget zur Einführung. 2. vollständig überarbeitete Auflage. Hamburg 2007.

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