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Stuttgart21 ist Umweltschutz...
Muss mich schon wundern... (31.7.10) |
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Hildegard von Bingen |
| 1098 |
Hildegard
wird bei Alzey geboren, sie ist die Tochter des Edelfreien Hildebert
von Bermersheim und seiner Gemahlin Mechthild. |
| um
1106 |
Hildegard ist von
klein auf visionär begabt. Sie wird als achtjährige
in die Obhut der Klausnerin Jutta von Spanheim in die Frauenabteilung
des Klosters auf
dem Disibodenberg übergeben. Hildegard studiert die Vulgata (die
lateinische Übersetzung der ursprünglich hebräisch und
griechisch verfassten Bibel) und die lateinischen Kirchenväter. |
| 1113/14 |
Hildegard legt die
Gelübde nach der Regel des Heiligen Benedikt ab. Sie hält
sich streng an die Liturgie und die Vorschriften der
Stundengebete und
verrichtet ihre körperliche Arbeit im klösterlichen
Kräutergarten. |
| 1136 |
Nach dem Tod von Jutta
von Spanheim wird Hildegard zur Magistra der inzwischen zu einem
Konvent herangewachsenen Frauengemeinschaft. Hildegard liberalisiert
die Askese-Vorschriften und ruft damit Konfliktemit der Klosterleitung
hervor. |
| 1141 |
Nach ihrer eigenen
Aussage beginnen Hildegards Visionen und es entsteht der "Liber
Scivias", das erste Buch der Visionstrilogie. Die Heilsgeschichte
von der Welterschaffung bis Jüngstem Gericht
wird 1147/48 auf der Synode von Trier von Papst Eugen III. auf
Anregung Bernhards von Clairvaux approbiert. Von hoher Qualität
sind auch die
Buchillustrationen. |
| 1147-52 |
Gegen den erbitterten
Widerstand der Mönche des Klosters auf dem Disibodenberg wird
ein neues Frauenkloster auf dem Rupertsberg bei Bingen errichtet. |
| 1151/52 |
Richardis von Stade, eine enge
Mitarbeiterin Hildegard, soll auf Wunsch der Mainzer und Bremer
Erzbischöfe, zur Äbtissin des Klosters Bassum werden.
Hildegard verweigert zunächst die Freistellung ihrer engsten
Mitarbeiterin, doch die
beiden Erzbischöfe setzen sich durch. Außerdem werden
Klostergüter und Kunstschätze überschrieben. |
| um
1150/60 |
Das dritte Buch der
Visionstrilogie entsteht, der "Liber subtilitatum diversarum naturarum
creaturarum" In der Überlieferung (nicht zwangsläufig im Original) ist es geteilt in den Liber
simplicis medicinae oder Physica und den Liber compositae medicinae,
die Causae et curae. Die mittelalterliche Naturkunde Physica beschreibt Pflanzen, Tiere, Steine und
anderes in ihren heilenden und unheilvollen Kräften und Wirkungen,
die Causae et curae die Funktionen des menschlichen Leibes
und die Therapie von Krankheiten. Die Naturheilmittel haben
bei Hildegard eine mythische Bedeutung. |
| 1158 |
Hildegard einigt sich mit den Mönchen vom Disibodenberg
über die materielle Ausstattung des Klosters auf dem
Rupertsberg . |
| 1158/63 |
Entstehung des Liber
vitae meritorum, später als zweiten Buchs der
Visionstrilogie klasssifiziert. Kerninhalt ist die Auseinandersetzung
zwischen Tugenden und Sünde. |
| um
1160 |
Erste Predigtreise. Hildegard reist nach Mainz, Wertheim, Würzburg,
Kitzingen, Ebrach und Bamberg. Eine zweite Reise folgt nach Trier,
Metz und Lothringen. |
| 1161/63 |
Eine dritte
Predigtreise führt Hildegard nach Boppard, Andernach,
Siegburg, Köln (hier eine Auseinandersetzung mit den
Katharern) und Werden. Ihr folgt eine letzte Reise nach Maulbronn,
Hirsau, Kirchheim und Zwiefalten. |
| 1165 |
Hildegard
erwirbt das Augustinerkloster in Eibingen,
Gründung eines Filialkloster. |
| um 1186 |
Die Vita Sancti
Ruperti entsteht, eine Biographie des Heiligen Rupert, des Patrons von Bingen und der Pilgerfahrer. |
| 1179 |
Hildegard stirbt am
17. September nach einem Leben voller Krankheiten im Kloster
Rupertsberg. Ein Heiligsprechungsverfahren im Mittelalter verlief
ergebnislos. Doch in der Erstausgabe des Martyrologium
Romanum von 1584 ist sie als Heilige verzeichnet. Ihr Reliquienschrein befindet sich im
der heutigen Pfarrkirche von Eibingen, wo auch 1904 eine Abtei St.
Hildegard gegründet wurde. Bedeutend sind neben ihrer Naturkunde der
umfangreiche Briefwechsel und ihr lyrisches
und musikalisches Werk. Hildegard war eine bedeutende Dichterin und
Mystikerin, ihre Bedeutung als Medizinerin wird
zwiespältig beurteilt. Mit ihrer Mischung aus Glauben,
Dichtkunst und Naturverbundenheit weist sie eine Nähe zu Franz
von Assisi auf. |
| Literatur: Josef Sudbrack, Hildegard von Bingen: Schau der kosmischen Ganzheit, Würzburg 1995; Elisabeth Forster u.a. (Hrsg.), Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Freiburg i. Br. 1997. Alfred Haverkamp (Hrsg.), Hildegard von Bingen in ihrem historischen Umfeld, Mainz 2000; Victoria Sweet, Rooted in the Earth, Rooted in the Sky: Hildegard of Bingen and Premodern Medicine, New York 2006. |