Biografien
menü
Übersicht Suchen Forum AVDS

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

aphilia - Philosophie
aphilia - Archäologie
Feed Philosophie
Martin Buber
Buber ist stark vom Zen... (23.1.12)

 

 

Heraklit von Ephesos

540/35
Heraklit wird in Ephesos geboren, das damals zur persischen Satrapie (Provinz) Kleinasien gehörte. Als Sohn des Blyson (oder Herakon) stammt er aus einem aristokratischen Geschlecht, wodurch er erblichen Anspruch auf das Amt des königlichen Opferpriesters gehabt hätte, er verzichtet  zugunsten seines Bruders. Seinen Mitbürgern und ihrem Staat seht er distanziert gegenüber. Sein Lebensverlauf ist ungeklärt, die wenigen biographischen Daten und Angaben, die meist auf Diogenes Laertios beruhen, sind meist anekdotisch und generell mit Vorsicht zu genießen.
500-494
Niederwerfung des Aufstands der griechischen Städte in Westkleinasien gegen die persische Herrschaft, Zerstörung Milets.
490
Die Strafexpedition Dareios I. gegen das griechische Mutterland, das den Aufstand der kleinasiatischen Griechen unterstützt hatte, scheitert in der Schlacht von Marathon unter Führung des Miltiades.
  Heraklit verfasste wahrscheinlich ein Werk "Peri Physeos" (Über die Natur), von dem nur Fragmente in Form von Zitaten späterer Autoren erhalten sind. Angeblich hat er das ursprüngliche Manuskript im Artemistempel in Ephesus hinterlegt. Die Zitate bestehen häufig nur aus einem Satz und sind oft Paradoxien oder Wortspiele. Wegen dieser fragmentarischen Überlieferung ist die Philosophie des Heraklit nur schwer zu entschlüsseln und zu interpretieren, allerdings scheint bereits die Antike dieses Problem gehabt zu haben, er erhält bereits damals den Beinamen "Der Dunkle - Ho Skoteinos". Trotz der Nähe zu Milet scheint er keinen Kontakt zu den gleichzeitigen dortigen Philosophen wie Thales oder Anaximander gehabt zu haben und hat auch keine Schule gegründet. 
  Die Philosopie des Heraklit wird als materieller Monismus bezeichnet, da er alle Dinge als Materialisationen eines vernünftigen Weltfeuers ansieht. Aus dem Feuer entsteht die Welt, die in all ihren Erscheinung die Fügung gemäß den Regeln des Logos, der Weltvernunft erkennen läßt. Wichtig ist für Heraklit der ständige Wandel, weswegen ihm der Spruch "Panta rhei" - alles ist im Fluss, zugeschrieben wird. Man kann ihn als frühen Vertreter der Evolutionstheorie einordnen. Wichtig scheint für Heraklit gewesen zu sein, dass der Logos für die Mehrheit der Menschen nicht erkennbar ist (er selbst war natürlich eine Ausnahme), außerdem scheint er sich viel mit den Gegensätzen der Dinge befasst zu haben. Von ihm stammt der Satz: Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
480
Zweiter Perserzug gegen Griechenland, die karthagischen Verbündeten der Perser werden bei Himera von Gelon von Syrakus geschlagen, nach der Schlacht an den Thermopylen im August und der Plünderung Athens werden die Perser in der Seeschlacht von Salamis entscheidend geschlagen.
478
Befreiung der griechischen Städte in Kleinasien durch eine griechische Flotte unter dem Spartaner Pausanias.
483/75
Tod Heraklits. Angeblich war er wegen seiner rein vegetarischen Lebensweise an Wassersucht erkrankt und konnte sich wegen seiner schwer verständlichen Ausdrucksweise den Ärzten nicht verständlich machen. Heraklits Philosophie erfährt in der Moderne besonders durch Friedrich Nietzsche eine neue Popularität.
   
  Literatur: Miroslav Marcovich, Herakleitos, Pauly-Wissowa RE Supplementband 10, Stuttgart 1965, S. 246–320, Christof Rapp, Vorsokratiker, München 1997; Jaap Mansfeld (Hrsg. und Übers.): Die Vorsokratiker, Band 1: Milesier. Pythagoreer, Xenophanes, Heraklit, Parmenides. Stuttgart 1983; Laura Gemelli (Hrsg. und Übers.): Vorsokratiker.  Band 1: Thales, Anaximander, Anaximenes, Pythagoras und der Pythagoreer, Xenophanes und Heraklit, München 2007;  Wilhelm Capelle (Übers.): Die Vorsokratiker. Fragmente und Quellenberichte. (Kröners Taschenausgabe; Bd. 119). Stuttgart 1935, wiederholte Neuauflagen.

footer

Seniorenstudium