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GrĂ¼ne Autobahnen
Hauptsache, es geht gegen... (22.1.12) |
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Jacob Fugger |
| 1459
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Jacob
Fugger wird am 6. März in Augsburg geboren. Er ist das neunte
Kind von Jacob Fugger dem Älteren und Barbara
Bäsinger. Mit seinem Bruder Markus wird er für eine
geistliche Laufbahn bestimmt und erhält als Kanoniker im Stift
Herieden die niederen Weihen. |
| 1478
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Da unerwartet mehrere
seiner älteren männlichen Verwandten gestorben waren,
wird Jacob Fugger von seinem ältesten Bruder Ulrich wieder ins
Familiengeschäft zurückgeholt. Italienaufenthalt, der
ihn in moderne Geschäfts- und Buchführungsmethoden
einführt. |
| 1479 |
Rückkehr
Jacob Fuggers nach Augsburg. In den nächsten Jahren bereist
Jacob die Niederlassungen der Familie und vervollkommnet seine
Ausbildung, seine ersten eigenen Geschäfte tätigt er
im Silberhandel, wo er Kuxen (Anteilsscheine) erwirbt und somit die
Produzenten an die Fugger bindet. |
| 1485
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Leiter der Faktorei (Niederlassung) in Innsbruck, Jacob Fugger richtet seinen Blick auf die reichen Tiroler Silbervorkommen. Da der Tiroler Herzog Sigmund in ständiger Geldnot ist, gelingt es Jacob, die Einkünfte aus dem Bergregal als Sicherheit für die Kredite des Fuggerschen Hauses zu erlangen, das bald den gesamten Silberhandel und die Münzprägung in Tirol beherrscht. |
| 1489 |
Jacob begegnet auf der
Frankfurter Messe zum ersten Male König Maximilian. |
| 1490 |
Herzog Sigmund von
Tirol dankt auf Druck der Tiroler Stände zugunsten
Maximilians ab, der die Schulden seines Vorgängers
übrnimmt. Damit werden die Fugger zu den Bankiers und
Geldgebern des späteren Kaisers. |
| 1494 |
Auf Veranlassung
Jacobs wird das Fuggersche Familienunternehmen in eine der ersten
offenen Handelsgeschellschaften Europas umgewandelt und in "Ulrich
Fugger und Gebrüder von Augsburg" umbenannt. Jacob
erwirtschaftet aus den Tiroler Gruben den größten
Teil des Gewinns der Firma. Durch die Darlehen an Kaiser und
Fürsten auf die Einnahmen aus den Silbergruben erreichen die
Fugger ein weitreichendes Silbermonopol. |
| 1498
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Jacob Fugger
übernimmt die Kupfererzeugung im gesamten Herrschaftsbereich
Maximilians. Heirat mit Sybille Artzt, aus einer alten Augsburger
Patrizierfamilie, was den Fugger endlich zu einem Sitz im Stadtrat
verhilft. Die Ehe blieibt kinderlos. |
| 1503
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Nach dem Tod von Papst
Alexander VI. baut Jacob Fugger die Geschäftsbeziehungen nach
Rom aus. Unter dem Nachfolger Papst Julius II.,
finanziert er den Sold für die neue Schweizer Garde. Nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama steigt Jacob Fugger in den Gewürzhandel auf der Route um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung ein. Er eröffnet in Lissabon eine Faktorei für den Handel mit Orient-Gütern. |
| 1505/06
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Jacob Fugger finanziert mit anderen Handelshäusern die erste deutsche Indienfahrt, ebenso die Weltumseglung von Magellan, die zu einer Westroute nach Indien führen sollte. |
| 1507
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Maximilian
verpfändet die Grafschaft Kirchberg und verschiedene andere
Besitzungen im Wert von an 50000 Gulden an die Fugger, um
seine Erhebung zum Kaiser zu finanzieren. |
| 1509 |
Neben der
Tätigkeit im Metallhandel betätigen sich die
Fugger auch als Bankiers, vorzüglich auch in der
Verwaltung
kirchlicher Vermögen. Der in diesem Jahr verstorbene Bischof
von Brixen, Kardinal Melchior von Meckau, verfügte allein
über eine Einlage von 300000 Gulden im Bankhaus Fugger, die
teilweise auf Umwegen Kaiser Maximilian für seinen Krieg gegen
Venedig im selben Jahr zukommen. |
| 1511 | Nach dem Tod seines
letzten Bruders Ulrich übernimmt Jacob Fugger die alleinige
Leitung des Handelshauses, das jetzt "Jacob Fugger und
Gebrüder Söhne" hießt. Er baut das
Kapital
der Firma bis auf zwei Millionen Gulden aus. Jacob wird im selben Jahr
als erster
Kaufman
in den Reichsgrafenstand (Graf von Kirchberg) erhoben. |
| 1512-15 | Jacob Fugger
lässt in Augsburg das neue Stammhaus der Familie
errichten, die Fuggerhäuser an der Maximilianstraße. |
| 1515 |
Jacob Fugger stellt
Kardinal Albrecht Markgraf von Brandenburg Kredite zum Erwerb zweier
Bistümer zur Verfügung. Zur Tilgung dieser Schuld
steigen die Fugger in den Ablasshandel ein, was
später zu heftigen persönlichen Angriffen von Martin Luther
gegen Jacob Fugger führt. Luther empört sich
1520 in seiner Schrift "An den Christlichen Adel
Deutscher Nation". |
| 1519 |
Nach dem Tod Kaiser
Maximilians finanziert Jacob Fugger die Wahl seines Enkels Karl V. Von
den 852000 Gulden Bestechungsgeldern tragen die Fugger 544000. |
| 1520 | Albrecht Dürer portraitiert Jacob Fugger. Der Unternehmer lässt sich mit einem goldenen Haarnetz dargestellen. |
| 1521 |
Als Bezahlung seiner
Schulden überträgt Karl V. umfangreichen Minenbesitz
in Spanien an die Fugger. |
| 1523 |
Auf dem Reichstag zu
Nürnberg verhindert Jacob Fugger mit der Erinnerung an die
Finanzierung der Kaiserwahl eine Begrenzung seines Kapitals und seines
Filialnetzes an Handelshäusern. Seine Monopole bleiben dadurch
erhalten. |
| 1525
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Jacob Fugger stirbt am
30. Dezember. Er war wahrscheinlich der reichste Mann Europas. Sein
hinterlassenes Vermögen beträgt etwa zwei Millionen
Gulden. Er
ist der Prototyp des europäischen Frühkapitalismus,
nach unseren Maßstäben hat er einen der ersten
multinationalen Konzerne aufgebaut. Gleichzeitig war er
religiös und politisch konservativ. Zu seinem
Vermächtnis gehört seine Stiftung, die Fuggerei als
Wohnstätte für Bedürftige in Augsburg. |
| Literatur:
Götz von Pölnitz, Die Fugger, 6. Aufl.
Tübingen 1999; Götz von Pölnitz,
Jakob Fugger, Tübingen 1949-52; Franz
Herre: Die Fugger in ihrer Zeit, 12. Auflage, Augsburg 2005. |