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hmmm, in Wien, also etwas... (5.9.10)

 

Erasmus von Rotterdam

1466/69
Erasmus von Rotterdam an einem 28. Oktober in Rotterdam geboren, das Geburtsjahr ist nicht genau bekannt, der Zeitraum liegt aber zwischen 1466 und 1469. Erasmus ist der illegitime Sohn des Priesters Roger Gerard und der Arzttochter Margarete. Seine Herkunft als unehelicher Sohn eines Priesters verschafft ihm bis 1517 Probleme. Erst dann entlässt ihn Leo X. aus seiner "Schuld" .
1478
Erasmus kommt zunächst in die Schule nach Deventer, ab 1484 in die vom Humanismus geprägte Schule in s'Hertogenbosch. Dort begenet er dem Schriftsteller und Gelehrten Rudolph Agricola.
1487
Erasmus tritt in das Chorherrenstift der Augustiner in Steyn bei Gouda ein.
1492
Erasmus von Rotterdam wird zum Priester geweiht und. Ein Jahr später wird er Sekretär des Bischofs von Cambrai.
1495-99
An der Universität in Paris beginnt Erasmus von Rotterdam ein Theologiestudium. Seine ersten  Werke entstehen, darunter die "Adagia Collectanea", eine Sammlung antiker Spruchweisheiten.
1499-1500
Erasmus hält sich zum ersten Mal in England auf. Er erhält einen Zugang zum Königshaus und zur Hohen Geistlichkeit. An den Universitäten in Oxford und Cambridge wird er zu Lehrtätigkeiten verpflichtet. Ein enger Freund wird ihm der Theologe, Staatsmann und Schriftsteller Thomas Morus. Ihm widmet er später das Buch "Encomion Moriae" (Lob der Torheit), eine ironische Lobrede auf die Engstirnigkeit der Scholastik und der kirchlichen Misstände.
1501
Entstehung des "Enchiridion militis Christiani", eines religiösen Ratgebers für den christlichen Laien.
1506-09
Erasmus weilt mit Unterbrechungen in Italien. In Turin promoviert er zum Doktor der Theologie. In Rom zeigt er sich von der Schönheit der Stadt beeindruckt, kritisiert aber die alleinige Ausrichtung der Kirche auf den lateinischen Stil. 
1514-29
Erasmus lebt mit Unterbrechungen in Basel und organisiert den Druck seiner Schriften bei seinem Verleger Johann Froben.
1515
Erasmus schreibt die "Institutio Principis Christiani" (Die Erziehung des christlichen Fürst),  zu Ehren von Kaiser Karl V. Das Werk verbindet die christlichen Lebensgrundsätze des Regierungsoberhauptes mit einer friedlichen Politik.
1515-16
Erasmus von Rotterdam gibt die erste kritischen Ausgabe des griechischen Neuen Testaments mit  lateinischer Übersetzung heraus. Seine Neuausgabe von 1519 dient Martin Luther bei der Übersetzung des Neuen Testaments.
1517-24
Erasmus gibt Paraphrasen zum Neuen Testament heraus. Bis 1530 veröffentlicht er Schriften zu den Kirchenvätern.
1517
In der "Querela Pacis" (Klage des Friedens) äußert ich Erasmus zu den Herrschaftskämpfen in Italien. Er vertritt darin eine pazifistische Position.
1527-28
Erasmus veröffentlicht "De Libero Arbitrio" (Vom freien Willen). Dabei bricht er Theologisch mit dem Reformator Martin Luther. Erasmus beharrt auf dem freien Willen des Menschen, Luther auf der Vorherbestimmung. An der Universität zu Basel trifft den humanistischen Mediziner Paracelsus.
1529-35
Erasmus verlässt das protestantisch gewordene Basel und siedelt nach Freiburg im Breisgau über.
1533
Erasmus versucht mit seiner Schrift "De sarcienda ecclesiae concordia", zwischen den Glaubensrichtungen zu vermitteln. 
1535 Rückkehr nach Basel.
1536
Seine letzte Schrift "De puritate ecclesiae christianae" widmet er einem Zöllner, mit dem er sich während seiner vielen Reisen angefreundet hat. Er stirbt am 12. Juli in Basel. Ein Epitaph (Grabinschrift) im Basler Münster verweist auf seine letzte Ruhestätte.
Erasmus ist der bedeutendste nordeuropäische Humanist des 16. Jahrhunderts. Er brachte seiner Zeit das geistige Gut der Antike näher und bemühte sich um eine Verbindung von Antike und Christentum. Zur Reformation hatte er ein zwiespältiges Verhältnis. Zunächst offen, lehnte er sich Luthers Weg einer Gegensätzlichkeit zur römisch-katholischen Kirche ab. Als Textkritiker und Herausgeber ist Erasmus von Rotterdam auch Mitbegründer der modernen Philologie.

  Literatur:
Léon E. Halkin. Erasmus von Rotterdam, Zürich, 1989; Johan Huizinga, Erasmus, NA Reinbek 1993; Uwe Schultz, Erasmus von Rotterdam. Der Fürst der Humanisten. München, 1998.

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