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Und wo möchten Sie leben... (24.7.10)

 

 

Eleonore von Aquitanien

um 1122
Eleonore wird in Poitiers in Aquitanien geboren. Die Region wird im Süden von den Pyrenäen und im Westen vom Atlantik begrenzt. Eleonore ist die Tochter  des Herzogs Wilhelm X. von Aquitanien (1099-1137), genannt der erste Troubadour und der Aenòr de Chateleràud (1105-1130). Ihr Geburtsname ist Aenòr, zur Unterscheidung von ihrer Mutter wird sie jedoch Aliénor genannt, "die andere Aenòr". Wilhelm X. lässt seiner hochintelligenten und begabten Tochter eine gute Erziehung zukommen, Eleonores entwickelt ihr Interesse zu zu Musik und Literatur.
1137 Ihr Vater stirbt, ihr einziger Bruder war ohne Nachkommen und noch vor dem Vater verschieden. Als älteste Tochter erbt Eleonore die Herzogtümer Aquitanien und Gascogne und die Grafschaft Poitou. Im gleichen Jahr heiratet sie Ludwig VII., den neuen König von Frankreich. Der französische Herrschaftsbereich wird dadurch um bedeutende Gebiete erweitert.
1147-49
Eleonore nimmt mit ihrem Mann Ludwig VII. am Zweiten Kreuzzug teil, der jedoch scheitert.
1152
Ihre Ehe mit dem französischen König VII. wird annulliert. Eleonore's  kunstsinnige und freizügige Art war mit der Strenge Ludwigs wohl unvereinbar. Ludwig war die Ehe auf Anweisung seines Vaters eingangen, zudem hatte Eleonore keinen Thronfolger geboren. 
Eleonore heiratet noch im selben Jahr den lebenslustigen Heinrich Plantagenet, Graf von Anjou und Herzog der Normandie. Die Heirat bedeutete für Frankreich einen Machtverlust, denn zu den Besitztümern der Plantagenets kamen die von Eleonore. Das mächtige Paar kontrollierte neben England ganz Südwestfrankreich. Die Scheidung von Ludwig und Eleonore war eine der folgenreichsten der Weltgeschichte, sie führte letztendlich zum Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich.
1154
Heinrich Plantagenet wird als Heinrich II. zum König von England. Mit Heinrich hat Eleonore acht Kinder, darunter die beiden späteren englischen Könige Richard Löwenherz und Johann Ohneland. Letzterer wurde mit der Magna Charta für die Entwicklung der Menschenrechte bedeutsam.
um 1165
Nach einer Ehekrise zwischen Eleonores und Heinrichs, der König pflegte eine Beziehung mit der schönen Rosamunde,  zieht sie sich an ihren Hof nach Poitiers zurück.
1172-74  Eleonore unterstützt die Rebellion ihrer Söhne gegen Heinrich II. Sie wird schließlich gefangengenommen und für die nächsten Jahre festgesetzt.
1189
Nach dem Tod ihres Ehemannes kommt Eleonore kommt  wieder frei.
1189-92
Während sich ihr Sohn König Richard Löwenherz auf dem Dritten Kreuzzug befindet, übernimmt Eleonore die Herrschaft über England.
1193/94
Nach der Gefangennahme von Richard Löwenherz durch Herzog Leopold von Österreich führt Eleonore die Verhandlungen mit Kaiser Heinrich VI. Sie bringt das Lösegeld für ihren Sohn auf, holt ihn bei seiner Freilassung in Speyer ab und bringt ihn nach England zurück. 
1199
Nach dem Tod von Richard Löwenherz setzt Eleonore ihren zweiten Sohn John Ohneland als englischen König durch.
1204
Eleonore stirbt am 1. April im Kloster Fontevrault (Fontevraud-l´Abbaye in der Nähe von Saumur an der Loire im heutigen Departement Maine-et-Loire), der Grablege der Plantagenet. Dort hatte sie sich in den letzten Jahren zurückgezogen, freilich ohne selbst Nonne zu werden. Im Kloster ist sie auch begraben. Als Ausdruck ihrer Gelehrsamkeit ist sie auf ihrem Grabmal lesend abgebildet.
Eleonore von Aquitanien gehört zu den schillerndsten Frauen des Mittelalters. Um sie ranken sich vier Könige, zwei als Gemahl, und zwei als Söhne. Sie beschränkte sich nicht auf die Rolle als Ehefrau und Mutter, was ihr auch Kritik einbrachte, so beispielsweise vom Abt und Kreuzzugsprediger Bernhard von Clairvaux. Eleonore war eine grosse Förderin der Troubadourdichtung und spielt eine Rolle in der literarischen Umsetzung der Artussage und der Legende vom heiligen Gral. In der Geschichte von Robin Hood wird sie als kluge und warmherzige Königin charakterisiert.

  Literatur: Amy Keller, Eleanor of Aquitaine and the Four Kings, London 1950. Régine Pernoud: Königin der Troubadoure. Eleonore von Aquitanien, 13. Aufl., München 1995; Philippe Delorme: Aliènor d'Aquitaine. Épouse de Louis VII., mère de Richard Cœur de Lion,  Paris 2001.

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