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Jean- François Champollion
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| 1790 |
Jean-François Champollion wird am 23. Dezember in Figeac im Departement Lot geboren, er ist der Sohn des Buchhändlers Jacques Champollion. |
| 1801 |
Champollion zieht zu
seinem Bruder Jacques-Joseph, einem späteren Professor
für Altgriechisch, nach Grenoble. Dort wird er privat
unterrichtet
wird und entwickelt ein Interesse für
Ägypten, das durch die zurückkehrende
ägyptische Expedition von Napoléon
in ganz Europa
ausgelöst worden war. |
| 1802 |
Champollion trifft den
aus Ägypten zurückgekehrten Mathematiker
Jean Baptiste Fourier. Dieser zeigt ihm Teile seiner
ägyptischen Sammlung und weckt mit der Erklärung,
dass niemand diese Schriftzeichen lesen könne, in Champollion
das lebenslange Streben nach der Entzifferung der Hieroglyphen. |
| 1804-07 |
Champollion
besucht das neu eröffnete Lyzeum in Grenoble und verfolgt dort
trotz des strikten Lehrplans seine eigenen Sprachstudien, mit 13
beginnt er verschiedene orientalische Sprachen zu lernen, mit
17 hält er einen Vortrag über die
Ähnlichkeiten zwischen dem Koptischen und den Hieroglyphen,
mit 18 Jahren beherrscht er acht alte Sprachen. |
| 1807 |
Champollion
präsentiert nach Schulabschluss im August seinen "Aufsatz der
geographischen Beschreibung Ägyptens vor den Eroberungen durch
Kambyses" und wird dafür zum Mitglied der Akademie von
Grenoble ernannt. |
| 1807-09 |
Champollion
studiert in Paris. Hier arbeitet er auch erstmals mit dem
Stein von Rosetta, einer Bilingue, einer zweisprachigen Inschrift
(altägyptisch-griechisch) in drei Schriften
(hieroglyphisch-hieratisch-griechisch), der damals von Napoleon als
Kriegsbeute nach Paris gebracht worden war und erst später
nach London ins Britische Museum kam. |
| 1810 |
Champollion wird in
Grenoble Professor für Alte Geschichte an der neu
eröffneten Universität. Seine Arbeit an den
Hieroglyphen wird in den folgenden Jahren vor allem durch Mangel an
Materialien behindert. |
| 1816-17 |
Die Wirren der
Restauration durch die Royalisten lassen Champollion seinen Lehrstuhl
verlieren und treiben ihn ins Exil nach Figeac. |
| 1818 |
Champollion kehrt
nach Grenoble zurück und
übernimmt zwei Schulen, er heiratet Rosine Blanc. |
| 1821 |
Champollion verliert
durch politische Intrigen seine Ämter und geht wieder nach
Paris. Auf Grund seiner Hypothese, daß
das moderne Koptische dem alten Ägyptischen nahe steht und
einer Analyse des Steins von Rosetta erkennt er, dass Hieroglyphen
nicht nur für Worte allein stehen konnten. Mit Hilfe der
Namenskartuschen für Ptolemäus und Kleopatra
auf dem mehrsprachigen Stein von Rosetta, Abbildungen aus
einem Tempel in Abu Simbel und verschiedenen Papyri entdeckt er, dass
einzelne Hieroglyphen für Buchstaben standen, andere
für Buchstabenkombinationen, andere für ganze
Wörter oder dass sie sogar kontextbestimmend sein konnten. |
| 1822 |
Es gelingt Champollion, ein vollständiges System zur Entzifferung der Hieroglyphen aufzustellen. Am 27. September 1822 stellt er den Mitgliedern der Akademie der Inschriften und der schönen Literatur in Paris einen Teil seiner Forschungsergebnisse zu den Hieroglyphen vor. Er traf allerdings auf eine eher negabive Resonanz. Er veröffentlicht Teile der Arbeit im Oktober (Brief an M. Dacier, den Ständigen Sekretär des ehrwürdigen Instituts, betreffend das Alphabet der phonetischen Hieroglyphen),eine ausführliche Publikation folgt im April 1824 (Zusammenfassung des Systems der Hieroglyphen im Alten Ägypten). Der "Brief an Monsieur Dacier" gilt heute als der Meilenstein in der Entzifferung der Hieroglyphen. |
| 1824-26 |
Auf der Suche nach
weiteren ägyptischen Schriften hält sich Champollion
in Italien auf, besonders in Turin. Dort findet und übersetzt
er den Turiner Papyrus, eine umfangreiche
Auflistung der ägyptischen Dynastien, er
veröffentlicht diese Übersetzung
eine Weile nicht, da sie die überkommene
Zeitrechnung umstürzte. |
| 1828-29 |
Champollion leitet
eine Expedition nach Ägypten den Nil entlang bis
Wadi Halfa. Viele dabei kopierte Materialien sind die
einzigen Zeugnisse für später als
Steinbruch verwendeten Tempel. |
| 1832 |
Am 4. März
stirbt Jean-François Champollion an einem
Schlaganfall. Er ist auf dem Friedhof Père
Lachaise in Paris begraben. Die umfangreichen Studien Champollions hatten ihn gesundheitlich angegriffen. Außerdem musste Champollion über sein ganzes Leben die wissenschaftliche Eifersucht seiner Kollegen ertragen. Dennoch bewältigte der besessene Gelehrte ein ungeheures Arbeitspensum. Mit der Entzifferung der ersten Hieroglyphen auf dem Stein von Rosetta legte er den Grundstein für die wissenschaftliche Erforschung des vorhellenistischen Ägypten. Eine Fortsetzung seiner Arbeit findet sich bei Richard Lepsius. |
| Literatur: Hermine
Hartleben, Champollion. Sein Leben und Sein Werk. 2 Bd. Berlin 1906;
Rudolf Majonica, Das Geheimnis der Hieroglyphen. Die abenteuerliche
Entschlüsselung der ägyptischen Schrift durch Jean
François Champollion, München 1988;
Lesley und Roy Adkins, Der Code der Pharaonen. Der dramatische Wettlauf
um die Entzifferung der Ägyptischen Hieroglyphen. 2002;
Monique de Bradké, Champollion et ses amis les pharaons,
Paris 2004 |