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Martin Buber
Buber ist stark vom Zen... (23.1.12)

 

 

Averroes

1126
Abū l-Walīd Muḥammad b. Aḥmad ibn Muḥammad b. Rušd wird in Cordoba geboren. Er wird in Europa üblicherweise latinisiert Averroes oder einfach Ibn Ruschd genannt. Er stammt aus einer bedeutenden Juristenfamilie und studiert in seiner Jugend die im islamischen Bereich bekannten Wissenschaften Medizin und Philosophie außerdem islamische Theologie und islamisches Recht.
1153
Averroes wird von dem Philosophen Ibn Tufail, latinisiert Abubacer dem almohadischen Fürsten Abu Yaqub Yusuf vorgestellt. Der beauftragt ihn, die gesamten Schriften des Philosophen Aristoteles zu kommentieren, um dem Leser den Zugang zu erleichtern. Seine zu beinahe jedem Werk verfassten Kommentare werden durch Michael Scotus bald ins Lateinische übersetzt und üben auf die Aristotelesrezeption der christlichen Philosophie und Theologie des Mittelalters großen Einfluss aus. Anfangs von Albertus Magnus unbefangen übernommen, beginnen die orthodoxen christlichen Theologen bestimmte Thesen des Averroes zu kritisieren (Einheit des Intellekts, Ewigkeit der Welt, Determinismus), es entsteht die Richtung des immer wieder verurteilten abgewandelten lateinischen Averroismus, der eine explosive Wirkung im Spannungsfeld zwischen Glauben und Wissen hat.
1153/69
Entstehung des medizinisch Werkes des Averroes, des Kitab al-kulliyat, im lateinischen Westen übersetzt und als Colliget bekannt, es bildet eine Alternative zum Kanon des Avicenna.
1169
Averroes wird von Abu Yaqub Yusuf zum Richter in Sevilla ernannt.
1171
Averroes kehrt nach Cordoba zurück.
1182
Averroes wird als Nachfolger von Ibn Tufail Leibarzt des Fürsten Abu Yaqub Yusuf und gewinnt das Vertrauen seines Sohnes. Averroes verfasst mehrere gegenüber dem orthodoxen Islam kritische Schriften, auf Grund einer Hofintrige der orthodoxen islamischen Partei fällt er in Ungnade und wird verbannt. Seine Schriften werden verbrannt, er wird aber bald rehabilitiert und kehrt nach Cordoba zurück.
1198
Averroes stirbt in Cordoba. Er ist wegen seiner Bedeutung für die Rezeption von Aristoteles im lateinischen Westen nicht hoch genug einzuschätzen, vom orthodoxen Islam werden seine Schriften bis heute abgelehnt.
   
  Literatur:
Fuat Sezgin, Geschichte des Arabischen Schrifttums, Bd. 5-7, Leiden 1974-70 passim; Olivier Leaman,  Averroes and his philosophy, London 1998.

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